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Deutsche sind zufrieden mit 2005

 

      Die aktuellen Umfragen des Politbarometers sehen Angela Merkel und die Union weiter im Aufwind. Eine Mehrheit meint, dass sowohl die neue Bundeskanzlerin als auch die Regierung ihre Arbeit gut macht. Eine positive Bilanz f¨ır das Jahr 2005 ziehen auch 70 Prozent der Befragten. Dass das nächste besser wird, meinen dagegen gerade mal 28 Prozent. Und nur 19 Prozent glauben, dass Deutschland Fußball-Weltmeister wird. 

      Knapp drei Wochen nach der Wahl Angela Merkels zur Kanzlerin verbessert sich die politische Stimmung ein weiteres Mal zugunsten der Union: Die CDU/CSU kommt jetzt auf 43 Prozent (plus 3), die SPD erreicht nur noch 33 Prozent (minus 2), die FDP kommt unverändert auf 8 Prozent, die Linkspartei.PDS erreicht nur noch 6 (minus 1) und die Gr¨ınen verlieren ebenfalls leicht und kommen auf 8 Prozent (minus 1). 

      Wenn schon am nächsten Sonntag wieder Bundestagswahl wäre, w¨ırden längerfristige Überzeugungen und Bindungen an die Parteien eine größere Rolle spielen. Dies ber¨ıcksichtigt die Politbarometer-Projektion: Die CDU/CSU käme danach auf 38 Prozent (plus 1), die SPD auf 34 Prozent. Die FDP käme auf 9 Prozent, die Linkspartei.PDS auf 8 Prozent (alle unverändert) und die Gr¨ınen jetzt nur noch auf 8 Prozent (minus 1). Die sonstigen Parteien zusammen erhielten 3 Prozent (unverändert). 

Positive Bewertung f¨ır Regierung

      Dass Angela Merkel ihre Arbeit als Bundeskanzlerin alles in allem gesehen eher gut macht, meinen 72 Prozent der Befragten. Darunter sind neben 87 Prozent der CDU/CSU-Anhänger auch 78 Prozent der FDP-Anhänger. 71 Prozent der Anhänger von SPD und 68 Prozent der Gr¨ınen meinen ebenfalls, dass die Kanzlerin ihre Arbeit gut mache. 

Dass sie das eher schlecht macht, meinen 10 Prozent der Befragten, 18 Prozent können diese Frage nicht beantworten. Auch die Bundesregierung erhält eine positive Bewertung: Dass die Regierung ihre Arbeit eher gut macht, sagen 66 Prozent, schlechte Arbeit stellen 17 Prozent fest und ebenfalls 17 Prozent trauen sich dabei (noch) kein Urteil zu. 

Rot-Gr¨ın f¨ır Befragte keine Alternative

      Mögliche Alternativen zur großen Koalition werden kritisch beurteilt: Dass es eine Koalition aus CDU/CSU und FDP besser machen w¨ırde, sagen nur 25 Prozent. Dass sie es schlechter machen w¨ırde, meinen 31 Prozent und 38 Prozent meinen, dass es da keinen Unterschied gäbe. Noch negativer wird eine rot-gr¨ıne Koalition bewertet: Hier meinen nur 12 Prozent, dass diese es besser machen w¨ırde als die große Koalition. 46 Prozent sagen, dass sie es schlechter machen w¨ırde und f¨ır 38 wäre das kein großer Unterschied. 

      Die Fl¨ıge des amerikanischen Geheimdienstes mit terrorverdächtigen Gefangenen, die auch Deutschland betroffen haben sollen, sind f¨ır 51 Prozent der Befragten ein wichtiges Thema (nicht wichtig: 47 Prozent). Die deutsch-amerikanischen Beziehungen werden jetzt von 57 Prozent der Befragten als gut bezeichnet (schlecht: 39 Prozent). Im Februar 2005 meinten noch 71 Prozent, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen gut seien und nur 25 Prozent hielten sie f¨ır schlecht. 

Erwartungen an Merkel

      Dass die Beziehungen zu den USA in Zukunft eher vertieft werden sollen, meinen 36 Prozent, dass sie unverändert bleiben sollen, meinen 42 Prozent und dass sie gelockert werden sollen, sagen 19 Prozent. Unter Angela Merkel als Bundeskanzlerin erwarten dabei 47 Prozent, dass sich die Beziehungen zu den USA verbessern werden. 45 Prozent glauben, dass sich nichts Wesentliches ändern wird und 4 Prozent gehen von einer Verschlechterung aus. 

      Beim Thema "Gammelfleisch" glauben 59 Prozent aller Befragten, dass häufig Speisen und Lebensmittel verkauft werden, die schlechtes Fleisch enthalten (weniger häufig/nie: 38 Prozent). 48 Prozent halten sogar ihre Gesundheit durch solches Fleisch f¨ır gefährdet (nicht gefährdet: 46 Prozent). 

Platzeck weiter auf Platzt 1

      Bei den Bewertungen auf der Liste der zehn wichtigsten Politiker und Politikerinnen ist generell eine leichte Abwärtstendenz festzustellen: Auch diesmal nimmt Matthias Platzeck den ersten Platz ein, wenn es um die Bewertung nach Sympathie und Leistung geht: Er erreicht einen Durchschnittswert von 2,2 (Nov. II: 2,4) auf der Skala von minus f¨ınf bis plus f¨ınf.

      Danach folgt auf Platz zwei Christian Wulff mit 1,8 (Nov. II: 2,0). Als einzige erhält Angela Merkel einen etwas verbesserten Wert. Sie liegt mit 1,7 (Nov. II: 1,6) auf Platz drei. Es folgt Peer Steinbr¨ıck mit 1,5 (Nov. II: 1,6) unmittelbar vor Friedrich Merz mit 1,4 (Nov. II: 1,5) und Franz M¨ıntefering mit 1,3 (Nov. II: 1,4). Auf den folgenden Plätzen liegen Joschka Fischer mit 1,0 (Nov. II: 1,2) und Gerhard Schröder mit jetzt deutlich schlechteren 0,9 (Nov. II: 1,3). Weiterhin mit deutlichem Abstand und unveränderten 0,1 folgt Guido Westerwelle. Schlusslicht und unverändert weit im Negativbereich bleibt Edmund Stoiber mit minus 1,3. 

70 Prozent ziehen positive Bilanz f¨ır 2005

      Das Jahr 2005 erscheint den meisten Befragten (70 Prozent) persönlich als ein gutes Jahr, lediglich 28 Prozent halten es f¨ır ein schlechtes. Damit fällt das Urteil der Deutschen ¨ıber 2005 etwas besser aus als die Bewertung der drei letzten Jahre. Dass das nächste Jahr besser wird als 2005, glauben 28 Prozent. 57 Prozent gehen nur von geringf¨ıgigen Änderungen aus und 14 Prozent erwarten f¨ır sich persönlich, dass das nächste Jahr schlechter werden wird. Mit Blick auf das sportliche Großereignis 2006 erwarten nur 19 Prozent, dass Deutschland Fußball-Weltmeister wird, 72 Prozent glauben das nicht. 

Quelle:zdf.de 09.12.2005

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