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Bei der Explosion eines großen Treibstofflagers nördlich von London sind
am Sonntag 36 Menschen verletzt worden, zwei von ihnen schwer. Die Polizei
ging zunächst von einem Unfall aus.
Noch vor Tagesanbruch wurde das Depot Buncefield von einer Serie
gewaltiger Explosionen ersch¨¹ttert. Fensterscheiben in der Umgebung gingen
zu Bruch, ein Großfeuer brach aus. Auch Stunden nach den Explosionen stieg
noch immer dicker Qualm mehrere Dutzend Meter hoch in die Luft. Im nahe
gelegenen Flughafen Luton und auch in Heathrow wurde damit gerechnet, dass
die Rauchsäulen den Flugverkehr beeinträchtigen könnten.
"Im Moment sieht es so aus, als seien wir viel glimpflicher davon
gekommen, als es man es bei einer Explosion dieser Größe hätte vermuten
können", sagte der Polizeichef von Hertfordshire, Frank Whiteley, bei
einer Pressekonferenz. Er betonte, dass die meisten Opfer nicht schwer
verletzt seien. Eine Polizeisprecherin f¨¹gte hinzu, zwei Opfer seien ins
Krankenhaus eingeliefert worden. Es gebe aber keine lebensgefährlich
Verletzten.
Alles deutet auf Unfall hin
Berichte ¨¹ber einen Flugzeugabsturz als Ungl¨¹cksursache wies die Polizei
zur¨¹ck. "Alles deutet zurzeit darauf hin, dass es sich um einen Unfall
handelt", sagte Whiteley. Aber man werde trotzdem wachsam bleiben. Die
britische Bevölkerung steht noch immer unter dem Schock der Anschläge, die
vier Selbstmordattentäter im Juli auf das Nahverkehrssystem der Hauptstadt
ver¨¹bt hatten. Dabei starben 52 Pendler.
Die Explosionen in dem Depot ereigneten sich kurz nach sieben Uhr morgens.
Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall, meterhohen Flammen und
Rauchwolken, die den Himmel verdunkelten. Auch im 40 Kilometer entfernt
gelegenen Nordwesten Londons waren die Explosionen noch zu hören. Stunden
später war der Himmel ¨¹ber Buncefield noch immer schwarz vor Rauch.
Einer der Augenzeugen, Mike Carlish, sagte, ein "blendend weißer Blitz"
habe ihn aufgeweckt. Die Ersch¨¹tterung sei so stark gewesen, dass Putz von
seiner Decke gefallen sei. Sein Haus liege weniger als vier Kilometer von
dem Lager entfernt, sagte Carlish. "Der Rauch steigt mehr als 200 Fuß
(etwa 60 Meter) in den Himmel." Viele Häuser in unmittelbarer Nähe des
Lagers wurden beschädigt, Scheiben zerbarsten. Einige Häuser in der
Umgebung wurden evakuiert.
Hamsterkäufe an Tankstellen
Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Brand am Vormittag unter Kontrolle
gebracht. Das Feuer könne aber noch ¨¹ber Tage brennen und weitere kleine
Explosionen könnten folgen, sagte der Feuerwehrchef von Hertfordshire, Roy
Wilsher. "Das ist wahrscheinlich das größte Feuer, das ich je gesehen
habe."
Die Polizei sperrte die nahegelegene Autobahn M1, was in der Gegend zu
einem Verkehrschaos f¨¹hrte. Eine Benzinknappheit in Folge der Explosion
sei aber nicht zu bef¨¹rchten, betonte die Polizei. Sie warnte vor
Hamsterkäufen, nachdem sich bereits lange Warteschlangen vor den
Tankstellen gebildet hatten.
Ein Sprecher von Total Oil, einem der Betreiber des Depots, sagte, zwei
Mitarbeiter in der Anlage seien unverletzt geblieben. "Wir haben mit ihnen
Kontakt gehabt, sie sind in Sicherheit", sagte der Sprecher.
Über Buncefield werden Benzin und andere Treibstoffe f¨¹r einen großen Teil
von S¨¹dost-England verteilt. Das Lager liegt in der Nähe des Ortes Hemel
Hempstead und des Flughafens Luton.
Betrieben wird es von den Ölkonzernen Total und Texaco.
Quelle: n-tv.de 11. Dezember 2005
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