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        Angehörige und Politiker erleichtert ¨¹ber Freilassung Osthoff

      

      "Höcht erfreut", "¨¹bergl¨¹cklich", "Freude von ganzem Herzen": Verwandte und Politiker haben sich erleichtert ¨¹ber das Ende der Entf¨¹hrung von Susanne Osthoff im Irak geäußert. Das Auswärtige Amt will keine weiteren Details ¨¹ber den Fall bekannt geben.

      Kairo/Berlin - "Wir sind sehr gl¨¹cklich ¨¹ber diesen Ausgang der Entf¨¹hrung", sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier gestern Abend auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz im Auswärtigen Amt. Die 43-Jährige sei nach dem ersten Eindruck in guter körperlicher Verfassung und befinde sich in der Obhut der deutschen Botschaft im Irak.  

      "Der Familie von Frau Osthoff, die wir heute Abend unterrichtet haben, und ihren Freunden möchte ich versichern, dass wir ihre Freude und Erleichterung nach diesen Tagen und Wochen der Ungewissheit von ganzem Herzen teilen", erklärte Steinmeier. "Dennoch sind unsere Gedanken auch bei denjenigen, die im Irak weiter in Geiselhaft sind. Die Bundesregierung appelliert dringend an die Entf¨¹hrer, sie unverz¨¹glich in sichere Obhut zu ¨¹bergeben". Die Entf¨¹hrer hätten zudem angek¨¹ndigt, auch Osthoffs Fahrer frei zu lassen.

      "Ich bin sehr gl¨¹cklich", sagte Robert Osthoff, der Bruder der Entf¨¹hrten. Das Bundeskriminalamt habe ihn um kurz vor 19 Uhr informiert. "Ich weiß, meine Schwester ist ein starker Mensch, ein sehr starker Mensch. Und ich hoffe, dass sie keinen psychischen Schaden davongetragen hat", sagte Robert Osthoff dem Fernsehsender n-tv. "Ich kenne meine Schwester - und die wird schon so lang auf die Leute eingeredet haben, bis sie sie freigelassen haben." Auch die Mutter, Ingrid Hala, mit der er bereits gesprochen habe, sei "¨¹bergl¨¹cklich". Onkel Peter Osthoff sagte: "Ich habe jetzt nicht mehr damit gerechnet, dass sie so schnell frei kommt. Wir haben gehofft, dass sie vielleicht zu Weihnachten wieder zu Hause ist, dass die Geiselnehmer vielleicht ein Herz zeigen. (...) Dass es jetzt geklappt hat, macht uns ¨¹bergl¨¹cklich."

      Die Familie der deutschen Archäologin hatte jedoch unmittelbar nach ihrer Freilassung aus der Geiselhaft keine Erkenntnisse dar¨¹ber, ob die 43-Jährige nach Deutschland zur¨¹ckkehren will. Die deutschen Behörden wollten Susanne Osthoff die Entscheidung ¨¹berlassen, was sie nach ihrer Freilassung unternimmt. Unklar blieb zunächst auch, ob Lösegeld gezahlt wurde. Die Entf¨¹hrer hatten vor drei Wochen in einer Videoaufzeichnung ein Ende der Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Irak verlangt.

      Steinmeier sprach allen seinen Dank aus, die zur Freilassung der Archäologin beigetragen hätten, darunter der Botschaft im Irak, dem Krisenstab im Auswärtigen Amt und allen, die Solidarität mit der Entf¨¹hrten demonstriert hätten. Über die näheren Umstände der Freilassung wollte sich der Außenminister zunächst nicht äußern. Auf Fragen ging er nicht ein. Das Auswärtige Amt in Berlin will nach Angaben eines Sprechers auch weiterhin keine Einzelheiten zu dem Fall bekannt geben. Man werde sich zu Details nicht äußern, sagte der Sprecher heute. Dies sei bereits fr¨¹her bei ähnlichen Fällen so gewesen und werde auch diesmal so sein.

      Informationen des Zentralrats der Muslime in Deutschland zufolge wurde Osthoff zur Mittagszeit freigelassen. "Der Zentralrat ist höchst erfreut ¨¹ber das gl¨¹ckliche Ende dieser Geiselnahme und begl¨¹ckw¨¹nscht Frau Osthoff, ihre Familie und Freunde", hieß es in einer Erklärung des Vorsitzenden Nadeem Elyas. "Möge Gott unser Land, die deutsche Bevölkerung und die gesamte Welt vor ähnlichen verbrecherischen Handlungen in Zukunft bewahren."

      Der Vorsitzende der FDP, Guido Westerwelle, dankte dem Krisenstab f¨¹r seinen Einsatz und lobte die Bundesregierung. Diese habe "mit Umsicht und großem Geschick gehandelt." Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gr¨¹nen, J¨¹rgen Trittin, zeigte sich ebenfalls erleichert.

      Die 43-jährige Archäologin war am 25. November gemeinsam mit ihrem irakischen Fahrer in der nordirakischen Provinz Ninive verschleppt worden. In einem der ARD in Bagdad ¨¹bergebenen Video drohten die Entf¨¹hrer dem Sender zufolge mit der Tötung ihrer Geiseln.

Osthoff hatte sich seit vielen Jahren f¨¹r die Menschen im Irak und die Kultur des Landes engagiert. Sie spricht perfekt Arabisch und war mit einem einem Iraker verheiratet. In der Region Ninive, wo sie entf¨¹hrt wurde, arbeitete die zum Islam konvertierte Archäologin am Aufbau eines Kulturzentrums.

 

    Quelle:Spiegel online 19.12.2005

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