¡¡

             Bush wirbt f¨¹r Fortsetzung des Irak-Kriegs
¡¡

          In einer eindringlichen Ansprache an die Nation hat US-Präsident Bush einen fr¨¹hzeitigen R¨¹ckzug aus dem Irak ausgeschlossen. Ein Abzug wäre ein Signal daf¨¹r, "dass man den Worten Amerikas nicht trauen darf", sagte Bush.

    

    Washington - Der Irak-Krieg habe sich zwar schwieriger entwickelt als
erwartet, aber er werde und könne nur mit einem Sieg der USA und ihrer
Verb¨¹ndeten und einer funktionierenden Demokratie im Irak enden, betonte
George W. Bush gestern Abend in Washington. Die eindringliche Ansprache
des Präsidenten an die Nation wurde von den großen US-Fernsehsendern aus
dem Oval Office des Weißen Hauses zur Hauptsendezeit ¨¹bertragen. Es war
die erste Direkt¨¹bertragung einer Bush-Rede aus dem Präsidenten-B¨¹ro seit
 März 2003, als Bush seinen Landsleuten den Irakkrieg begr¨¹ndete.

US-Präsident Bush: Die  Aufgabe im Irak war sehr schwer"

AP

US-Präsident Bush: Die Aufgabe im Irak war sehr schwer"

      "Wir w¨¹rden unsere irakischen Freunde im Stich lassen und der Welt signalisieren, dass man den Worten Amerikas nicht trauen darf", sagte Bush in seiner 16-min¨¹tigen Rede zur Begr¨¹ndung f¨¹r die Fortsetzung des Krieges. Irak w¨¹rde bei einem Abzug in die Hände der Feinde der USA fallen, "die sich verpflichtet haben, uns anzugreifen", so Bush. Der internationale Terrorismus w¨¹rde ermutigt "und gefährlicher als jemals zuvor sein".

     "Die Aufgabe im Irak war sehr schwer, schwerer als wir erwartet hatten", gestand Bush ein. Auch der Wiederaufbau im Land und das Training der irakischen Truppen gehe langsamer voran als gedacht. Dennoch gebe es im Irak eine positive Entwicklung, meinte Bush, der in den vergangenen Wochen angesichts rapide gesunkener Popularität und wachsender Kritik auch aus der eigenen Partei ungewöhnlich viele Reden gehalten und Interviews gegeben hat. "Gebt euch nicht der Verzweiflung hin und gebt nicht auf im Kampf f¨¹r die Freiheit", beschwor Bush die Amerikaner. Die j¨¹ngste Wahl im Irak werde zwar nicht ein Ende der Gewalt bringen. "Aber es ist der Beginn von etwas neuem: einer konstitutionellen Demokratie im Herzen des Nahen Ostens". Dies bedeute auch, dass die USA "einen Alliierten mit wachsender Stärke im Kampf gegen den Terrorismus haben". Der Irak werde "als Modell f¨¹r Freiheit im Nahen Osten dienen", sagte der Präsident.

     Bush wandte sich gegen jene in den USA, die glaubten, der Krieg im Irak sei verloren und "keinen Cent mehr wert", ihn weiter zu f¨¹hren. "Ich glaube das nicht, unsere Militär-Kommandeure glauben das nicht und unsere Truppen, die auf dem Schlachtfeld die B¨¹rde tragen und die Opfer bringen, glauben das nicht", so Bush. Nicht einmal die Terroristen glaubten an eine Niederlage der US-gef¨¹hrten Koalition. Ihre interne Kommunikation lasse darauf schließen, dass sie sich zunehmend umzingelt f¨¹hlten und das Bl¨¹hen der Demokratie f¨¹rchteten.

     In den USA ist die Kritik an dem Krieg nicht nur wegen der fragw¨¹rdigen Begr¨¹ndung - angeblichen irakischen Massenvernichtungswaffen und angeblichen Verbindungen des Irak unter Saddam Hussein zur Terrororganisation al-Qaida in den letzten Monaten immer heftiger geworden. Vor allem die anhaltende Gewalt irritiert laut Meinungsumfragen immer mehr Amerikaner, die in ihrer Mehrheit nicht mehr wie zu Beginn den Krieg unterst¨¹tzen. Inzwischen ist die Zahl der toten Amerikaner im Irak auf ¨¹ber 2150 gestiegen.

Quelle:spiegel online19. 12. 2005

¡¡