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Deutsche Exporte nähren Hoffnung auf Konjunkturwende | ||
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Donnerstag
9. Oktober 2003, 11:35 Uhr - Von Matthias Sobolewski - Berlin (Reuters) - Deutschlands Exporteure konnten im
August trotz Sommerferien und Hitzewelle ihre Ausfuhren zum Vormonat
leicht steigern. Die deutschen Exporte hätten mit einem Volumen
49,7 Milliarden Euro saisonbereinigt um 1,1 Prozent ¨¹ber dem Niveau von
Juli gelegen, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden
mitteilte. Commerzbank (Xetra: 803200.DE
- Nachrichten - Forum)
-Analyst Christoph Weil zeigte sich von den Zahlen positiv ¨¹berrascht:
"Wir hatten vom Ferieneffekt einen negativen Einfluss erwartet."
Deutschland werde auch in den kommenden Monaten vom Aufschwung der
Weltwirtschaft profitieren. Im August hatten alle Bundesländer Ferien, die
großen sogar den ganzen Monat ¨¹ber. Nach den Worten von Jörg
Krämer, Analyst bei Invesco Asset Management, fiel das Exportplus zwar relativ gering
aus, kann sich aber auf eine wichtige Basis st¨¹tzen. "Die
Industrieproduktion im Ausland steigt." Davon profitierten nun auch
die deutschen Exporte. Die Exportdaten reihten sich damit ein in eine
Serie positiver Wirtschaftsdaten, so dem Anstieg der Auftragseingänge
um 0,6 Prozent im August: "Es deuten immer mehr harte Zahlen darauf
hin, dass die Rezession hinter uns liegt." Die deutschen Importe erhöhten sich um 2,0
Prozent zum Vormonat Juli. Der Überschuss in der Handelsbilanz sank
damit auf 10,4 Milliarden von 14,2 Milliarden Euro, das
Leistungsbilanzplus stieg auf 2,3 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich sieht die Exportstatistik f¨¹r
August allerdings deutlich schlechter aus. Der Gesamtwert deutscher
Ausfuhren sank zum August 2002 um 4,2 Prozent. Der Präsident des
Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA),
Anton Börner, begr¨¹ndete den R¨¹ckgang mit den späten Ferien im
wichtigen Exportland Nordrhein-Westfalen und einem zusätzlichen
Arbeitstag im vergangenen Jahr. EXPORTE DÜRFTEN NÄCHSTES JAHR KRÄFTIG
ANZIEHEN Nach Berechnungen Krämers liegen die Ausfuhren im
Juli und August um 2,5 Prozent ¨¹ber dem Niveau des zweiten Quartals:
"Wir sehen hier schon einen zaghaften Anstieg der Exporte." Die
j¨¹ngste Prognose der Außenhandelskammern, wonach die Ausfuhren in
diesem Jahr um zwei Prozent und im nächsten Jahr um f¨¹nf Prozent
zulegen werden, seien realistisch. Im gesamten bisher erfassten
Jahresverlauf f¨¹hrte die Wirtschaft 1,7 Prozent mehr Waren aus als von
Januar bis August 2002. Der Export in die EU legte um 2,2 Prozent zu, die
Exporte in Drittländer stiegen um ein Prozent. Wie der BGA bewerten die Analysten die derzeitige
Euro-Stärke zum Dollar noch nicht als gravierendes Problem f¨¹r die
Exportwirtschaft. "Der j¨¹ngste Anstieg des Euro wird sich kaum
bemerkbar machen", sagte Commerzbank-Analyst Weil. Es sei auch nicht
zu erwarten, dass der Euro deutlich ¨¹ber 1,20 Dollar steigen werde. Börner
dagegen rief Exporteure auf, sich gegen einen weiteren Euro-Anstieg
abzusichern: "Die Reise wird weiter gehen." Der Euro kletterte
am Donnerstag mit Kursen ¨¹ber 1,1850 Dollar auf den höchsten Stand
seit vier Monaten. ANALYSTEN: BELEBUNG DER WELTWIRTSCHAFT WICHTIGER ALS
EURO Weil und Krämer sagten, viel wichtiger als der Euro-Kurs sei derzeit die Belebung der Weltkonjunktur. Zwar werde die deutsche Wirtschaft bei einem starken Euro nur unterproportional von der weltweiten Belebung profitieren, sagte Krämer. Erst wenn der Euro auf 1,25 bis 1,30 Dollar steigt, werde er den positiven Impuls von Außen zunichte machen. "Der Euro muss schon extrem aufwerten, um zu verhindern, dass sich sich die Belebung der Weltwirtschaft positiv f¨¹r die deutschen Exporte auswirkt", sagte Krämer. |