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Annäherung zwischen EU und Syrien |
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Die Europäische Union und Syrien haben erstmals ein
Assoziierungs-Abkommen unterzeichnet. Europa hofft, durch Annäherung
Damaskus zu mehr Reformen zu bewegen - anders als die USA: Die setzen
weiter auf Sanktionen.
Fast ein Jahr hat es gedauert, bis die letzten Hindernisse f¨¹r ein
Assoziierungs-Abkommen zwischen Syrien und der Europäischen Union aus
dem Weg geräumt werden konnten. Bereits im Dezember 2003 lag der
Vertragstext, der Marktzugang nach Europa im Gegenzug f¨¹r politische
Reformen in Syrien vorsieht, vor. Deutschland, Großbritannien und Dänemark
bestanden aber darauf, dass Syrien in dem Vertrag offiziell auf die
Verbreitung von Massenvernichtungswaffen verzichtet.
Mit dieser Zusage tat sich der syrische Präsident Bashar al Assad in
Damaskus lange schwer. Nach intensiven und "harten"
Verhandlungen seien jetzt Formulierungen gefunden worden, die beide Seiten
tragen können, verk¨¹ndete der EU-Kommissar f¨¹r Außenbeziehungen,
Chris Patten, am Dienstag Abend (19.10.). "Die Dinge, die wir
diskutiert haben, waren f¨¹r beide Seiten kompliziert und schwierig",
so Patten.
EU nähert sich an, USA distanziert sich von
Syrien
Der Vertragstext, der von Patten und dem syrischen Außenminister
Faruk al Shara abgezeichnet wurde, muss jetzt noch von den 25 EU-Außenministern
Ende November gebilligt werden. Syrien w¨¹rde dann als letzter der zwölf
EU-Partnerstaaten rund um das Mittelmeer in den Genuss der Handelsverg¨¹nstigungen
kommen. Die Europäische Union verspricht sich von der völligen
Einbindung Syriens in die Mittelmeer-Partnerschaft, dem so genannten
"Barcelona-Prozess", verstärkte Reformbem¨¹hungen in
Damaskus.
Die USA sehen diesen Schritt skeptisch und erwägen, ihre
wirtschaftlichen Sanktionen gegen Syrien zu verschärfen. Im Mai hatte
US-Präsident George W. Bush alle Exporte außer Lebensmittel und
Medikamente nach Syrien verboten, da Syrien nach amerikanischer Einschätzung
Terroristen unterst¨¹tzt, die im Nachbarland Israel zuschlagen. Syrien
weigert sich nach Angaben der Vereinten Nationen außerdem hartnäckig,
seine 14.000 Soldaten aus dem Libanon abzuziehen.
Frankreich und die Vereinigten Staaten, eine eher seltene Allianz,
haben am 14. Oktober eine Entschließung zu den syrischen Truppen im
Libanon im Weltsicherheitsrat eingebracht. Ohne die Regierung in Damaskus
direkt zu nennen, wird Syrien darin zur "raschen und vollständigen"
Umsetzung einer entsprechenden Resolution vom 2. September
aufgefordert, in der Syrien zum vollständigen Truppenabzug aus dem
Libanon angehalten wird. Syrien war 1976 während des libanesischen B¨¹rgerkrieges
in das Land vorger¨¹ckt.
Finanzielle Hilfe und "wirklicher Dialog"
Zur Förderung des Reformprozesses in der autoritär gef¨¹hrten
arabischen Republik will die Europäische Union in den nächsten
zwei Jahren mit 80 Millionen Euro Projekte zur Förderung des Handels,
der Bildung und der Wasserwirtschaft finanzieren. Syrien, dessen staatlich
gelenkte Wirtschaft hauptsächlich Öl in die Europäische
Union exportiert, braucht nach Einschätzung der EU-Kommission
dringend wirtschaftliches Wachstum, um den niedrigen Lebensstandard der
wachsenden Bevölkerung heben zu können. EU-Kommissar Chris
Patten besteht darauf, dass Syrien als Gegenleistung politische Reformen
einleitet. "Es geht nicht nur um den Abbau von Handelsschranken. Wir
behandeln in einer viel gr¨¹ndlicheren Weise als je zuvor die politischen
Themen und die Entwicklung eines wirklichen Dialogs", versicherte der
EU-Kommissar.
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