Schlechte
Arbeit
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Berlin -
Der Bundesrechnungshof hat gravierende Mängel in der Vermittlungstätigkeit
der Bundesagentur f¨¹r Arbeit festgestellt. Nicht einmal jeder 20.
Vermittlungsvorschlag habe zu einer Arbeitsaufnahme gef¨¹hrt, heißt
es in einem internen Bericht an den Vorstand der N¨¹rnberger Behörde.
Zudem drohen bislang unbeachtete Einzelheiten der beschlossenen Hartz-IV-Reform
neue Finanzlöcher in den Etat der Bundesagentur zu reißen. Die Rechnungspr¨¹fer
weisen in ihrem Bericht darauf hin, daß die Lage heute genauso so
schlecht ist wie die von 1997. Von 605 ¨¹berpr¨¹ften Vermittlungsvorschlägen
seien nur 4,6 Prozent erfolgreich gewesen. Damit zeigt die von der
Bundesregierung 2001 eingeleitete Reform der Agentur bislang offenbar
keine Wirkung. Die Rechnungspr¨¹fer monierten zudem, daß die
Arbeitsagenturen zu viele Bewerber zu einer offenen Stelle schickten und
zu spät nachfragten, warum ein Bewerber abgelehnt worden sei. Die Bundesagentur
und auch Bundeswirtschaftminister Wolfgang Clement wiesen die Vorw¨¹rfe
des Rechnungshofes entschieden zur¨¹ck. Der Minister nannte die Kritik
oberflächlich und verk¨¹rzt. Die Basis f¨¹r den Pr¨¹fbericht sei eine
Stichprobe aus lediglich drei Agenturen gewesen, die zudem noch nicht auf
das neue Kundenzentrums-Konzept umgestellt worden seien, r¨¹gte Clement.
Damit taugten die Ergebnisse nicht, um sie zu verallgemeinern. Eine Sprecherin der
N¨¹rnberger Behörde nannte die Vorw¨¹rfe ebenfalls nicht stichhaltig.
Sie verwies darauf, daß die Bundesagentur die neuen
Handlungsprogramme in zehn Modellagenturen erfolgreich getestet habe. 21
weitere der bundesweit insgesamt 180 Agenturen sollen bis kommenden
Februar das neue Konzept ¨¹bernehmen. Die restlichen Ämter will die
Behörde im Laufe des nächsten Jahres umstellen. Das neue Modell
soll die Vermittler von Verwaltungsarbeit entlasten, damit sie mehr Zeit f¨¹r
den einzelnen Arbeitslosen haben. Jeder Mitarbeiter soll k¨¹nftig zudem
deutlich weniger Jobsuchende als heute betreuen. Der
FDP-Arbeitsmarktexperte Dirk Niebel forderte hingegen, die N¨¹rnberger Behörde
in ihrer gestehenden Form aufzulösen. Sie sei nicht das richtige
Instrument, die Massenarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen. Unterdessen bereiten
der Bundesagentur neue Berechnungen Ärger, nach denen als Folge der
Hartz-IV-Reform weitere Finanzlöcher drohen. Danach muß die
Agentur 2005 eine Reihe von Weiterbildungsmaßnahmen f¨¹r
Arbeitslosenhilfe-Bezieher finanzieren, die in diesem Jahr begonnen wurden.
Wie der "Spiegel" berichtet, entst¨¹nden zudem zusätzliche
Kosten f¨¹r Tausende Ein-Euro-Jobs, die im Vorgriff auf die Reform
ebenfalls schon in diesem Jahr starten. Insgesamt sollen die zusätzlichen
Ausgaben 2005 auf rund eine Mrd. Euro betragen. Artikel
erschienen am Mo, 18. Oktober 2004
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