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Konflikt bei Opel verschärft sich |
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Aktionstag gegen Stellenabbau und Werksschließungen - Proteste
bedrohen Produktion an anderen Standorten
D¨¹sseldorf
- -Die Gewerkschaft IG Metall und die Betriebsräte der
Adam Opel AG machen mobil. Mit einem europaweiten Aktionstag wird heute ab
elf Uhr die gesamte Produktion der GM-Töchter Opel, Vauxhall und Saab
vor¨¹bergehend stillgelegt. Allein in Bochum werden bis zu 10 000
Demonstranten erwartet. Anlaß f¨¹r den Aktionstag sind die Sparpläne
von General Motors (GM), 12 000 Arbeitsplätze in Europa
abzubauen und 500 Mio. Euro jährlich einzusparen. Davon sollen in
Deutschland 10 000 Stellen gestrichen werden.
Bereits seit Donnerstag haben die Arbeiter im Opel-Werk Bochum, in dem bis
zu 4000 Menschen ihren Job verlieren sollen, die Arbeit niedergelegt. Im
belgischen Antwerpen drohte durch die Blockade bereits am Montagnachmittag
ein Produktionsengpaß, weil Zulieferteile aus Bochum knapp werden.
Antwerpen erhält aus Bochum unter anderem Fahrwerksteile. Europaweite
Produktionsausfälle könnten GM rund 30 Mio. Euro täglich
kosten. Mit einem z¨¹gigen Ende des Streiks in Bochum ist offenbar nicht
zu rechnen. "Wir beugen uns nicht dem Druck", betonte ein
Vertrauensmann am Montag.
Betriebsrat und Opel-Vorstand kamen unterdessen am Montag erstmals in R¨¹sselsheim
zu Verhandlungen zusammen. Der Betriebsrat will Werksschließungen
und betriebsbedingte K¨¹ndigungen verhindern. Bundeswirtschaftsminister
Wolfgang Clement (SPD) forderte vom Vorstand des Autobauers ein Signal. Die
Proteste der Arbeiter in Bochum bezeichnete Clement allerdings als falsch.
"Rigorosität, von welcher Seite auch immer, nutzt nichts",
sagte der Minister. Die Opel-Werksleitung appellierte an die Beschäftigten,
die Produktion wieder anzufahren. "Die Wiederaufnahme der Arbeit wird
dem Standort Bochum nutzen", stand auf Flugblättern, die vom
Werkschutz verteilt wurden. Die
IG Metall erklärte, daß das Management durch seine verfehlte
Informationspolitik eine Mitverantwortung an den Arbeitsniederlegungen in
Bochum trage. "Das Unternehmen hat eklatant versagt", sage ein
Sprecher der IG Metall in D¨¹sseldorf. Die Proteste seien kein Streik, die
Beschäftigten machten nur von ihrem im Betriebsverfassungsgesetz
verankerten Informationsrecht Gebrauch. Der Bezirksleiter der
nordrhein-westfälischen IG Metall, Detlef Wetzel, erklärte, daß
eine weitere Eskalation des Opel-Konfliktes in der Verantwortung des
Managements liege. Der Verzicht auf betriebsbedingte K¨¹ndigungen in den
Werken sei Bedingung daf¨¹r, daß die Bochumer wieder die Produktion
anfahren. "Der Vorstand muß sich erklären", sagte
Wetzel. Beim
europaweiten Aktionstag zeichnet sich derzeit eine breite Beteiligung ab.
Im Komponentenwerk Kaiserslautern wollen um elf Uhr 2500 bis 3000 Beschäftigte
die Arbeit niederlegen und sich ¨¹ber den Stand der Verhandlungen
informieren lassen. Wie man nach der Veranstaltung weiter vorgehen werde,
entscheide sich kurzfristig, hieß es. Im Stammwerk R¨¹sselsheim ist
ab elf Uhr ein Marsch durch die Innenstadt geplant, die am Adam-Opel-Haus
beginnt. Auch in Eisenach ruht ab elf Uhr vorläufig die Arbeit. Die
polnische Opel-Belegschaft erklärte sich mit den Bochumern
solidarisch. Man werde zwar nicht die Arbeit niederlegen, aber auch in
Gleiwitz werde man sich ¨¹ber die Arbeitsniederlegungen informieren. In
der Revierstadt Bochum wird die größte Aktion stattfinden. Vom
Tor 4 des Opel-Werks 1 wird der Protestzug um 10.45 Uhr starten. Ziel ist
das Bochumer Schauspielhaus in der Innenstadt. Neben der IG Metall haben
weitere Gewerkschaften wie die IG BCE oder Verdi ihr Kommen angek¨¹ndigt.
Auf der zentralen Veranstaltung wird unter anderem der Präses der
Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, sprechen.
Unterst¨¹tzung bekommen die Bochumer auch von anderen Autobauern. So fuhr
beispielsweise um Mitternacht eine 50köpfige Delegation von Porsche
aus Stuttgart-Zuffenhausen ab, um spätestens am heutigen
Dienstagmorgen gegen sieben Uhr in der Stadt aus Stahl einzutreffen.
Da.
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