Solana verteidigt Nahost-Friedensplan

Donnerstag 9. Oktober 2003, 11:24 Uhr

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Br¨¹ssel (dpa) - Der außenpolitische EU-Beauftragte Javier Solana hat den internationalen Friedensplan f¨¹r den Nahen Osten verteidigt, aber gleichzeitig zugegeben, dass der Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern «in einer Art Sackgasse» stecke. «Auch mich beschleicht ein Gef¨¹hl der Frustration», sagte Solana am Donnerstag im Europaparlament in Br¨¹ssel angesichts der Gewaltspirale von Attentaten und Vergeltungsaktionen.

Gleichwohl gebe es keine Alternative zu dem Friedensplan, der von den USA, Russland, den Vereinten Nationen und der EU entworfen wurde und die Gr¨¹ndung eines Palästinenserstaates bis 2005 vorsieht. Das Ziel zweier unabhängiger Staaten in sicheren Grenzen d¨¹rfe nicht zur Seite gelegt werden, sagte Solana. Fortschritte könne es geben, wenn die palästinensische Regierung die Sicherheitslage verbessere und Israel sich großz¨¹giger zeige. Solana bescheinigte dem neuen palästinensischen Ministerpräsidenten Ahmed Kureia, dieser wolle dem Terror Einhalt gebieten.

Aber auch die israelische Regierung habe mit dem Friedensplan wichtige Verpflichtungen ¨¹bernommen, betonte Solana. Er verurteilte den Bau der Trennmauer zu den palästinensischen Gebieten und sagte, die gezielte Tötung von Palästinensern verstoße gegen das Völkerrecht. Israel habe das Recht und sogar die Verpflichtung, seine B¨¹rger zu sch¨¹tzen, doch m¨¹sse dies im Rahmen des internationalen Rechts geschehen, verlangte der EU-Politiker.

Fast alle Redner in der Nahost-Debatte des Europaparlaments verurteilten die palästinensischen Selbstmordanschläge, riefen Israel aber auch zur Mäßigung auf. Das Prinzip «Auge um Auge, Zahn um Zahn» f¨¹hre nicht zum Frieden, sagten ¨¹bereinstimmend der Vorsitzende der konservativen Fraktion, Hans Gert Pöttering (CDU) und sein sozialdemokratischer Kollege Enrique Bar¨®n Crespo. Pöttering und mehrere andere Abgeordnete plädierten f¨¹r den Einsatz internationaler Friedenstruppen als Puffer zwischen Israelis und Palästinensern.