Kein Interesse an EU-Parlamentswahl |
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Zur
Wahl des EU-Parlaments sind in Deutschland nicht nur die deutschen
Wahlberechtigten aufgerufen. Auch alle EU-Ausländer ¨¹ber 18 und mit
festem Wohnsitz in Deutschland können hier wählen gehen - doch
sie wollen nicht.
Vor vier Jahrzehnten kamen
Italiener, Spanier, Portugiesen und Griechen als so genannte Gastarbeiter
nach Deutschland. Sie und ihre Nachkommen bilden mit rund der Hälfte
die größte Gruppe der rund zwei Millionen wahlberechtigten ausländischen
EU-B¨¹rger in Deutschland. Viele von ihnen empfinden wohl auch die
Wahl zum EU-Parlament grundsätzlich als eine gute Sache. Trotzdem
machten sie von der Möglichkeit, in den deutschen Wahllokalen die
Stimme abzugeben, bisher kaum Gebrauch. Bei der letzten Europawahl 1999
gaben nur 2 Prozent dort ihre Stimme ab. Und auch bei der Europawahl am
13. Juni 2004 wird die Wahlbeteiligung erschreckend niedrig sein.
Bundesweit haben sich daf¨¹r rund zehn Prozent ins Wahlregister
eingeschrieben, in Köln ließen sich - trotz eines persönlichen
Anschreibens - sogar nur acht Prozent registrieren. Recherchen der
Deutschen Welle zufolge nutzten vor f¨¹nf Jahren nur etwa 10 Prozent der
EU-B¨¹rger die Möglichkeit, ¨¹ber die Konsulate und diplomatischen
Vertretungen Kandidaten ihres Herkunftslandes zu wählen.
Unkenntnis
f¨¹hrt zur Wahlverweigerung Durch die Erweiterung der Europäischen
Union können nun zum ersten Mal auch Staatsangehörige der neuen
Mitgliedstaaten wählen: unter anderem 260.000 Polen, 44.000 Ungarn
und 17.000 Slowenen. Die 26-jährige Studentin Segita Serpinaite aus
Litauen, die seit ¨¹ber zwei Jahren in Deutschland lebt, kann sich jedoch
¨¹ber ihr neues Wahlrecht nicht so richtig freuen: "Also ich weiß
¨¹berhaupt nichts, ich habe keine Vorstellung von den Kandidaten, ich
kenne ¨¹berhaupt keinen Menschen da. Und keiner ist vorgestellt worden.
Ich hab eigentlich Interesse, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo
ich mir die Information holen soll ¨¹ber die Kandidaten. " Zu wenig Informationen ¨¹ber die EU-Politik,
das Parlament und die Kandidaten - das sind auch Gr¨¹nde, warum auch die
Wahlbeteiligung der Deutschen insgesamt gering ausfallen d¨¹rfte: Umfragen
zeigen, dass nur rund die Hälfte der Bundesb¨¹rger zur Wahl gehen
wollen. Gero
Rueter
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