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Saudis
verlangen deutliche Erhöhung der Förderung - Märkte
reagieren kaum - Eichel warnt vor Panikmache
Beirut/Wien -
Angesichts der Ölpreise auf Rekordniveau und wachsender Sorgen um die
Weltkonjunktur wollen die Opec-Länder ein starkes Signal für
sinkende Preise geben. In Deutschland warnten Bundesfinanzminister Hans
Eichel (SPD) und Ökonomen mit Blick auf den zeitweise über 42 Dollar
gestiegenen Rohölpreis vor Panikmache. Die EU-Finanzminister
appellierten an die Öl fördernden Länder, ihre Produktion
zu erhöhen. Auf ihrer Sitzung heute in Beirut wolle die Organisation
Erdöl exportierender Länder (Opec) "durch die Erhöhung
der Obergrenze für die Ölförderung ein Signal für die Märkte
setzen, die Preise für Rohöl zu senken", kündigte der
iranische Opec-Gouverneur Ardebili einen Tag vor dem mit Spannung
erwarteten Treffen an.
Die internationalen Ölmärkte zeigten sich von der Opec-Linie
indes unbeeindruckt. Die Notierungen für Rohöl verharrten nahezu auf
ihrem Spitzenniveau: An der New Yorker Warenterminbörse Nymex gab es
am Mittwoch lediglich einen leichten Rückgang auf 41,86 Dollar pro Barrel
(159 Liter), nachdem der Preis am Vortag um sechs Prozent auf 42,33 Dollar
geschossen war - der höchste Stand seit Einführung des Nymex-Ölhandels
1983. In London wurde Brent-Nordseeöl an der International Petroleum
Exchange (IPE) mit 38,84 Dollar gehandelt, nachdem dort am Dienstag mit
39,08 Dollar der höchste Stand seit Oktober 1990 verbucht worden war.
Nach Einschätzung von internationalen Experten spiegelt der Ölpreis
derzeit eine "Terrorprämie" von bis zu zehn Dollar je
Barrel wider.
Unterdessen wächst in Europa, aber auch bei den Opec-Produzenten
selbst die Sorge vor einer Konjunkturdelle in Folge der hohen Ölpreise.
Die EU-Finanzminister forderten die Opec indirekt zur Erhöhung der Fördermengen
auf. Es sollte ein "angemessenes Angebot" bereitgestellt werden,
sagte der Vorsitzende der EU-Finanzministerrunde, der irische Ressortchef
McCreevy. Damit könnten die Ölpreise mit einem stabilen Wachstum
der Weltwirtschaft vereinbar bleiben. Sein deutscher Kollege Hans Eichel
warnte allerdings vor übertriebenen Reaktionen: "Zur Panikmache
besteht kein Anlass."
Daher wollen die EU-Staaten auch nicht mit nationalen Alleingängen
auf die Krise reagieren. Vor vier Jahren hatte unter anderem Frankreich
der heimischen Lkw-Transportbranche ohne vorherige EU-Absprache mit
Steuererleichterungen unter die Arme gegriffen. DW
来自世界报
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