Krankenkassen erstmals wieder im Plus

   

   Überschuss von fast einer Milliarde Euro im ersten Quartal

    Berlin -  Die gesetzlichen Krankenkassen schreiben erstmals seit zehn Jahren wieder schwarze Zahlen. Wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Wochenende bestätigte, verbuchten die Kassen einen Überschuss von zusammen fast einer Mrd. Euro. Die genauen Zahlen werden im Lauf der Woche bekannt gegeben. Im ersten Quartal 2003 hatten die Kassen noch ein Defizit von 630 Mio. Euro angehäuft. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) wertete die Zahlen als "weiteren Beleg, dass die Reform wirkt. Das zu Jahresbeginn in Kraft getretene Gesetz bringt den derzeit noch rund 280 Kassen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) Entlastungen über höhere Patientenzuzahlungen und die neue Praxisgebühr bei Arztbesuchen. Im Gegenzug verbuchten Apotheken erstmals seit sieben Jahren einen Umsatzrückgang. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, lagen die Einnahmen im ersten Quartal inflationsbereinigt um 5,9 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.

    Der AOK-Bundesverband rechnet damit, dass sich die Gesundheitsreform auch weiterhin positiv auf die finanzielle Situation der Krankenkassen auswirken wird. "Es gibt gute Chancen für Beitragssatzsenkungen - spätestens zum Jahreswechsel, bei manchen Kassen vielleicht auch schon früher", sagte AOK-Sprecher Udo Barske. Zum Ausmaß möglicher Beitragssatzsenkungen wollte sich Barske nicht äußern. Sollten auch im zweiten Quartal Gewinne gemacht werden, habe zunächst der Schuldenabbau Vorrang. "Die Beitragssatz-Senkungen müssen solide finanziert sein. Deshalb müssen erst einmal die Schulden abgebaut werden, die die Kassen in Kauf genommen haben, weil die Politik das im letzten Jahr so wollte. Und solide Haushaltsführung heißt, dass die Versicherten nicht für Zinsen an die Bank zahlen müssen."  cw

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