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Der Kommentar
Wieder einmal droht die Besteuerung von Flugbenzin. Ökologisch wäre
es sinnvoll, das Verursacherprinzip auch auf die Luftfahrt auszuweiten.
Doch ökonomisch ist die Kerosinsteuer Unsinn.
Zum einen sind die Flieger zurzeit durch steigende Treibstoffpreise außergewöhnlich
belastet. Zum anderen benachteiligt die Besteuerung - auch wenn sie nur für
Inlandsflüge gilt - die hiesigen Gesellschaften, weil die ausländische
Konkurrenz in aller Regel daheim steuerfrei tankt. Die Lufthansa wäre
besonders getroffen, lebt sie doch davon, ihre Fernstrecken durch - dann
verteuerte - Zubringerdienste im Inland zu bedienen. Die Konkurrenz aus
Paris und London könnte hingegen Passagiere aus Deutschland mit
steuerfreiem Kerosin billig in ihre Drehkreuze und dann weiter in alle
Welt befördern.
Bleibt noch das Argument, die Billigflieger könnten höhere
Benzinkosten spielend weitergeben. Diese Auffassung zeugt von Unkenntnis:
Längst tobt auf dem Low-Cost-Markt ein harter Wettbewerb, den nur
solche Linien überleben werden, die im Schnitt rund 80 Euro für
One-Way-Tickets erzielen. Da könnte ein Treibstoffaufschlag einige
Gesellschaften ihres Wettbewerbsvorteils berauben.
Der Schaden einer Flugbenzinsteuer wäre also immens und rechtfertigt
keinesfalls die Einnahmen von schätzungsweise rund zwei Milliarden
Euro.
http://www.welt.de/data/2004/06/09/288713.html |