Hollywoods
sommerliches Hoch
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Hollywood hat den Kassenrekord des US-Kinosommers 2003 in diesem Jahr sogar noch ¨¹berboten. Mit knapp vier Milliarden US-Dollar steigerte die amerikanische Filmindustrie die Einnahmen um rund drei Prozent. F¨¹r den Rekord sorgten nicht nur
Blockbuster wie die Fortsetzungen von "Shrek",
"Spider-Man" und "Harry Potter". Auch die ¨¹berraschend
hohen Einspielergebnisse des Dokumentarfilms "Fahrenheit 9/11"
und der Sportkomödie "Voll auf die N¨¹sse" von
jeweils deutlich ¨¹ber 100 Millionen Dollar brachten die US-Filmindustrie
ganz dicht an die Vier-Milliarden-Dollar-Marke. Michael Moore macht Kasse Den Spitzenplatz hält unangefochten Hollywoods
liebensw¨¹rdiges Waldmonster: "Shrek 2" brachte 436,7 Millionen
Dollar in die US-Kinokassen, gefolgt von "Spider-Man 2" mit 370
Millionen. "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" schaffte
es mit 247 Millionen Dollar auf den dritten Sommer-Rang. Die größte
finanzielle Überraschung war jedoch Michael Moores Anti-Bush-Film.
Der in Cannes mit der Goldenen Palme ausgezeichnete Dokumentarstreifen
"Fahrenheit 9/11" spielte allein in den USA fast 120
Millionen Dollar ein, weit mehr als jemals ein anderer Dokumentarfilm. Der
bisherige Rekordhalter - Michael Moores Oskar-gekrönter Streifen
"Bowling for Columbine" brachte ein Sechstel davon ein. Zum Klingeln der Kassen trugen
auch die Sommerfilme der zwei deutschen Star-Regisseure in Hollywood bei. Roland
Emmerichs Umwelt-Thriller "The Day After Tomorrow" mit Dennis
Quaids in der Hauptrolle, sorgte f¨¹r mehr als 185 Millionen Dollar
Gewinn. Wolfgang Petersens Griechen-Saga "Troja", in der sich Brad
Pitt wacker mit den Trojanern schlägt, kam auf mehr als 135 Millionen
Dollar. Zur Gruppe der Kassenschlager mit dreistelligen Millioneneinnahmen
gehörten auch der Science-Fiction-Hit "I, Robot" und der
Gruselstreifen "The Village - Das Dorf". Allerdings verdankt
Hollywood den finanziellen Zuwachs einmal mehr den Preiserhöhungen f¨¹r
Kinokarten und nicht einer wachsenden Zuschauerzahl. Die ging sogar um
knapp 0,8 Prozent zur¨¹ck, ähnlich wie bereits 2003. Insgesamt wurden
in diesem Jahr vom Memorial Day am 31. Mai bis zum Labour Day am 6.
September rund 638 Millionen Kinokarten verkauft. Online-Piraterie Als einen Grund f¨¹r den R¨¹ckgang
der Zuschauerzahlen nennen Experten das Downloaden von Filmen aus dem
Internet. Die rasante Verbreitung von Highspeed-Internetanschl¨¹ssen macht
das Herunterladen von ganzen Spielfilmen immer leichter und bedroht somit
auch die DVD-Industrie. Hollywood befindet sich zunehmend in einer
vergleichbaren Situation wie die Musikbranche. Zunächst will der US-Verband
der Filmindustrie MPAA (Motion Picture Association of America) nur mit
einer landesweiten Kampagne zum Thema Online-Piraterie aufklären.
Rechtliche Schritte wie die Musikindustrie sie geht, hält aber
auch Hollywood f¨¹r eine mögliche Maßnahme gegen die Film-Räuber.
MPAA-Präsident Jack Valenti schätzt
den Verlust durch Filmpiraterie ohne den Internet-Download auf 3,5
Milliarden Dollar pro Jahr. Verlustschätzungen f¨¹r Online-Piraterie
legte der Verband nicht vor. Allerdings geht die MPAA davon aus, dass
monatlich zwischen 400.000 und 600.000 Filme illegal aus dem Internet
runtergeladen werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl aufgrund
schnellerer Internetzugänge weiter ansteigt. Nadim
Abdul-Karim |