SPD-Spitze greift Maas an

 

   Schröder und M¨¹ntefering kritisierten den Saar-Spitzenkandidaten wegen seiner Distanz zu Hartz IV. Andere gaben vor allem Lafontaine die Schuld an der Wahlniederlage

 

   Berlin  -  Nach dem Debakel f¨¹r die SPD bei der Landtagswahl an der Saar haben Kanzler Gerhard Schröder und SPD-Chef Franz M¨¹ntefering kritisiert, die Saar-SPD habe einen Wahlkampf gegen die Bundesregierung gef¨¹hrt. Im Gegensatz zu Schröder und M¨¹ntefering räumte SPD-Generalsekretär Klaus Uwe Benneter ein, dass die „Großwetterlage¡° nicht sehr hilfreich f¨¹r den saarländischen Wahlkampf gewesen sei.

   Der Spitzenkandidat der Saar-SPD, Heiko Maas, hatte den ehemaligen SPD-Chef Oskar Lafontaine in den Wahlkampf teilweise eingebunden und die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung kritisiert. M¨¹ntefering sagte, der Mittelweg zwischen Lafontaines Forderungen und den Reformen sei „gr¨¹ndlich misslungen¡°. Das „Problem Lafontaine¡° habe sich nun aber reduziert. Schröder sagte: „Ich kann jetzt nur raten, nach vorne zu gucken.¡°

   Der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, sagte, die Saar-SPD sei daf¨¹r „bestraft¡° worden, dass sie mit Lafontaine einen „Kronzeugen f¨¹r eine angeblich falsche Politik in den eigenen Reihen gezeigt hat¡°. Nordrhein-Westfalens SPD-Chef Harald Schartau nannte Lafontaine einen „Spaltpilz¡°.

   Lafontaine wehrt sich

    Lafontaine stritt dagegen jede Mitschuld am Wahldebakel der Sozialdemokraten ab und griff die SPD-Spitze heftig an. „Die SPD hat die Saar-Wahl wegen der Agenda 2010 und Hartz IV verloren¡°, schreibt Lafontaine in der „Bild¡°-Zeitung . „Die Versuche der Berliner Parteif¨¹hrung, durch Vorw¨¹rfe an mich von ihrem Versagen abzulenken, sind allzu durchsichtig.¡°

    Ein Ausschlussverfahren gegen Lafontaine soll es nicht geben. Allerdings erwartet die Parteispitze offensichtlich, dass er von sich aus die SPD verlässt. Beck meinte, ein ehemaliger Parteichef m¨¹sse wissen, wann es genug sei. Benneter sagte, „wenn sich Lafontaine weiterhin unsolidarisch verhält, gehe ich davon aus, dass er sich dann auch organisationspolitisch entscheiden wird.¡°

   WELT.de/dpa/ddp

   Artikel erschienen am Mo, 6. September 2004