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Deutschland ist das Messeland Nummer Eins. Nirgendwo gibt es so viele international f¨¹hrende Messeveranstaltungen. Aber da die Umsätze stagnieren, zieht es immer mehr deutsche Messegesellschaften ins Ausland.
F¨¹nf der zehn umsatzstärksten Messegesellschaften haben ihren Sitz
in Deutschland, und hier finden auch die meisten internationalen
Leitmessen statt. Aber der Markt hierzulande stagniert. Die Umsätze
pendeln Jahr f¨¹r Jahr um die 2,4 Milliarden Euro, während die Zahl
der Aussteller, der Besucher und der vermieteten Flächen sogar seit
drei Jahren r¨¹ckläufig ist. Hermann Kresse, Hauptgeschäftsf¨¹hrer
des AUMA, des Ausstellungs- und Messeausschusses der deutschen Wirtschaft,
ist dennoch zuversichtlich, dass im laufenden Jahr der r¨¹ckläufige
Trend gestoppt werden kann. Er hoffe, dass sich die Lage nach den R¨¹ckgängen
2003 in diesem Jahr wieder stabilisiere.
Die Konkurrenz in der Messewirtschaft ist in eine neue Phase eingetreten.
Die Veranstalter kämpfen in einem stagnierenden Inlandsmarkt um
Marktanteile, was bei konstanten Messebudgets der Aussteller schnell zu
Lasten bestehender Messen gehen kann. Immer neue Messen werden kreiert -
aber längst nicht jedes neue Messemotiv wird zum Erfolg. "Wir
haben pro Jahr etwa zehn bis 15 neue Messeveranstaltungen, davon setzen
sich mittel- bis längerfristig ungefähr die Hälfte am Markt
durch, also sieben bis acht pro Jahr", betont Kresse und ergänzt:
"Das sind dann aber keine großen Messen, sondern spezialisierte
Fachveranstaltungen." Hauptziele China, Russland, Indien
Kein Wunder also, dass die meisten deutschen Messeveranstalter verstärkt
ihr Wachstum im Ausland erzielen wollen. Hauptzielregionen f¨¹r solche
Auslandsmessen sind China mit 46 Messen in diesem Jahr, Russland mit 20
und Indien mit 15 Messen. Eine klare Steigerung der deutschen
Auslandmessen ist Kresse zufolge schon seit Anfang der 90er Jahre zu
erkennen. Während in diesem Jahr rund 164 dieser Messen stattfinden,
waren es damals nach Angaben von Kresse nur rund 20.
Ein Beispiel ist die CeBIT. Fast jeder kennt sie, die weltgrößte
Computermesse, die jedes Jahr im März in Hannover stattfindet - diese
Messe ist die Erfolgsgeschichte schlechthin. Und weil sie so ein Erfolg
war, haben sich die Messe-Manager aus Hannover ¨¹berlegt, ob man diesen
Erfolg nicht auch exportieren kann. So fiel 1999 die Entscheidung, die
CeBIT zu internationalisieren, allerdings nur auf einem Messeplatz pro
Kontinent. In Shanghai und in Sydney war das Konzept erfolgreich, die
CeBIT America in New York dagegen musste in diesem Jahr abgesagt werden.
Zur Zeit findet die CeBIT Eurasia in Istanbul statt - ¨¹ber den Erfolg
kann man noch nichts sagen. Ende der Expansion
Ohnehin glauben viele Beobachter, dass der Messe-Export nicht beliebig
weitergef¨¹hrt werden kann. Denn wenn eine in Deutschland erfolgreiche
internationale Messe auf anderen Kontinenten wiederholt oder gar kopiert
wird, läuft man Gefahr, der eigenen Veranstaltung zuhause die
Besucher wegzunehmen. "Diese Theorie hat sich bislang nicht
bewahrheitet - im Gegenteil", widerspricht Kresse. "Es ist so,
dass man sich schlicht fragen muss: wo liegt die Alternative? Nehmen Sie
die CeBIT. Wissen Sie, wenn es der Know-How-Träger, die deutsche
Messe nicht macht, dann machen es eben andere. Insofern gibt es gar keine
Alternative dazu, als mit Markenprodukten, die Messen in Deutschland sind,
ins Ausland zu gehen - allerdings dann sehr stark angepasst auf den
jeweiligen Markt dort."
Deutsche Messen im Ausland können auch den Export deutscher Produkte
ankurbeln - wenn es gelingt, die deutschen Aussteller mitzunehmen in die
fernen Kontinente. Doch das ist f¨¹r einen Mittelständler mit
begrenztem Messebudget nicht immer finanzierbar. Deshalb fördert der
Staat die Messeauftritte deutscher Unternehmen im Rahmen der Exportförderung.
Vergangenes Jahr standen daf¨¹r 35 Millionen Euro bereit, im laufenden
Jahr sind es sogar 36 Millionen, die den deutschen Unternehmen Auftritte
auf fast 240 Messen ermöglichen. F¨¹r das kommende Jahr sind 235
Beteiligungen an ausländischen Messen geplant, meistens
Gruppenbeteiligungen in so genannten German Pavillons.
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